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Wenn Kinder nicht zur Schule gehen

04.06.2020 CJD Württemberg « zur Übersicht

Das Fernbleiben hat vielfältige Gründe – CJD begleitet mit Projekt "Neustart" betroffene Familien auf dem Weg zum Wiedereinstieg

Auch wenn die Zahlen nur auf Schätzungen beruhen, geben sie doch Anlass zur Besorgnis: Bei fünf bis zehn Prozent der Schüler*innen in Deutschland kommt es während ihrer schulischen Laufbahn zu so genanntem schulabsenten Verhalten - sie fehlen regelmäßig im Unterricht. Mit schwerwiegenden Folgen: Das Fernbleiben gefährdet zunächst den schulischen Erfolg und langfristig auch die spätere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Mit dem Projekt "Neustart" will das CJD betroffenen Kindern, Jugendlichen und deren Eltern helfen.

Grundsätzlich kommt Schulabsentismus bei allen Schularten, Geschlechtern, gesellschaftlichen Schichten und Ethnien vor. Das Projektteam des CJD vertritt die Haltung, dass jedes schulabsente Verhalten seinen guten Grund hat. Diese Gründe sind vielfältig und müssen individuell betrachtet werden. Nur mit diesem Wissen und einer intensiven Arbeit mit diesen Gründen kann der Besuch der Schule wieder nachhaltig sichergestellt werden. Dieser Aufgabe widmen sich an jedem Standort eine Sozialpädagogin bzw. ein Sozialpädagoge und eine Psychologin. Unterstützt wird das Team von Honorarkräften für Erlebnispädagogik, Therapie und Lernbegleitung. Die Wiederherstellung der Bereitschaft zur Rückkehr in die Schule und die langfristige Verhinderung von Kinderarmut sind die Ziele des Projekts "Neustart", das das CJD seit Juni 2020 an drei Standorten anbietet und das vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert wird.

"Jede Form des Schulabsentismus bedarf einer individuellen Unterstützung", sagt Nico Gehrling, Fachbereichsleiter Kinder-, Jugend- und Familienhilfe im CJD Württemberg. "Wir helfen, die Stärken und Fertigkeiten der jungen Menschen, deren Familien und des Umfeldes auszuweiten und unterstützen sie dabei, einen Grundstein für die weitere schulische und berufliche Laufbahn zu legen", so Gehrling weiter. "Die jungen Menschen werden damit befähigt, ihr eigenes Leben und das ihrer späteren Familie zu führen, ohne von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen zu sein."

Dem Leitgedanken des CJD - "Keiner darf verloren gehen" – folgend, steht das
Projekt "Neustart" allen jungen Menschen ab der 5. Klasse bis zum 18.
Lebensjahr offen, wenn sie von Schulabbruch bedroht oder sogar schon
betroffen sind. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es das Angebot an den Standorten
Stuttgart, Friedrichshafen und Ravensburg. Interessierte Schüler*innen, Eltern
und Lehrkräfte können sich bei Projektleiterin Dagnija Krauze
(dagnija.krauzenospam@cjd.de) und auf der Website des Projekts informieren.